Little Miss Mischief

McDowell befand sich in einer Höhe von 8.200 m und musste sich rasch nach unten begeben. Er sandte seinen Co-Piloten zurück, um einige auseinandergetrennte Steuerkabel unter Kontrolle zu bringen. Dieser ergriff jedoch ein falsches Kabel und "Little Miss Mischief" wurde noch kopflastiger. McDowell holte Balaban zurück und gab ihm den Auftrag, den Steuerknüppel selbst zu bedienen. Er machte sich auf den Weg durch den vorderen Teil der Maschine, den Funkerraum und den Bombenschacht. Der Funker sollte Zeichen vom Piloten zum Co-Piloten weitereichen, die Aussage darüber zu geben hatte, ob Maßnahmen, die im hinteren Teil vorgenommen wurden, zum guten oder schlechten veränderte. McDowell ergriff schließlich das richtige Kabel und so trimmten sie das Flugzeug in eine stabile Fluglage bei 205 km/h.

Der schwere Druck auf dem Steuerknüppel ließ nach und die Situation war gemeistert; McDowell hatte jedoch immer noch Probleme. Das große Loch im hinteren Teil war natürlich "Nummer Eins" und der eingeklemmte Ed Abdo ließ nur eine Landung, und zwar eine perfekte, zu. Er war ehr nervös als aufgekratzt. Zurück auf seinem Sitz, in den Himmel um ihn herum schauend, war er sich darüber im klaren, dass er bei einem Auseinanderbrechen der Fortress die Möglichkeit hätte, abzuspringen, da er bereits einen Fallschirm auf dem Rück trug - aber falls sie bei der Landung zerbrechen sollte - Feuer war immer seine größte Furcht.

B-17G Little Miss Mischief - 3

Als sie Bassingbourn erreichten, arbeitete der Bordmechaniker hart daran, die Strippen zum Trimmen und die Steuerkabel im Rumpf zu bedienen. Der Schütze im Kugelturm, der Morphium eingenommen hatte, war halb erfroren, aber lebte noch. Seine Rolle kostete ihn später nur einen kleinen Zeh.

McDowell bekam sie herunter und die "Little Miss Mischief" rollte zum Hangar. Für eine Weile schaute ihre Zukunft düster aus, jedoch Colonel Frank Kamykowski des 444. Versorgungs-Deports hielt nichts davon, Flugzeuge zu verschwenden. Er hatte noch ein restliches Hinterteil einer alten oliv-farbenen B-17 und entschied sich, beides zusammenzuflicken. Nach Abschluss der Reparaturarbeiten enthielt "Little Miss Mischief" Teile von 13 verschiedenen Flugzeugen. Während ihr Vorderteil in der Masse noch aus einer bei den Vega-Werken gebauten B-17G mit der Ser.Nr: 42-97880 bestand, war ihr Hinterteil bei den Boeing-Werken in Seattle hergestellt. "Little Miss Mischief" flog noch weitere 14 oder 15 Einsätze, die sie insgesamt auf 50 Einsätze brachte, bevor sie in Bassingbourn notlanden musste.