In einer B-17

Der rechte Rumpfschütze hängt bewusstlos in seinem Kampfstand. Der Wind donnert mit 60 Grad Kälte durch die Einschussöffnung herein. Der Verwundete braucht Desinfektionspulver auf seine Wunde, einem Druckverband, und sein blutendes Bein muss abgebunden werden. Mit den dicken, elektrisch beheizten Handschuhen kann das nicht gemacht werden; der Copilot legt sie deshalb ab. Wenn er Geschick und Glück hat und den Verband schnell hinbringt, kann er womöglich in 2 bis 3 Minuten seine Handschuhe wieder anziehen. Aber auch dann wird er nicht ohne Andenken davon kommen. Der Luftstrom, der herein weht, ist sibirisch kalt. Die paar Minuten ohne Handschuhe können leicht ein halbes Jahr Lazarettaufenthalt bedeuten mit der vagen Hoffnung, dass die Finger gerettet werden. Es geht jedoch um das Leben des Kameraden, und da gibt es kein Zaudern.

Das nächste Problem des Kopiloten ist es, sich durch das Rumpfinnere wieder auf seinen Sitz zurückzuarbeiten. Seine Sauerstoffflasche ist fast leer, und er bewegt sich nur noch mühsam vorwärts.

Flak!

Inzwischen nähern sich die Flying Fortresses allmählich dem Ziel. Die deutschen Jäger und die Flak haben hier den Schwerpunkt ihrer Abwehr gebildet. Die Luft ist voller Sprengwolken der Flakgranaten. Alle Ausweichmanöver, die ein Bomber macht, erfordern die ganze Kraft des Piloten. Die Besatzung zählt die quälenden Sekunden. Schließlich kommt das Gefährlichste, der geradlinige Zielanflug, und endlich der erlösende Ruf "Bomben ab!".

Der Verband wendet - heimwärts; und wieder die gleichen Schwierigkeiten wie auf dem Hinweg, bis zu dem gesegneten Augenblick, in dem er über dem Kanal im sicheren Schutz der Jagdstaffeln hinuntergeht.

Stars and Stripes, Februar 1944